ONLINE-LOGBUCH DES KURATORINNENTEAMS Corinna Steimel & Birgit Wilde

Élan Vital - Poesie der Bewegung

Foto: Dietmar Wilde

Wir begrüßen Sie herzlich auf der Internetseite der Städtischen Galerie Böblingen und freuen uns sehr über Ihr Interesse an unserer umfangreichen Gruppenausstellung "Élan Vital - Poesie der Bewegung", die seit 7. November 2021 steht und bis zum 20. März 2022 andauert.

Bleiben Sie ab jetzt auf dem Laufenden und begleiten Sie uns im extra für Sie eingerichteten Online-Logbuch bei den Last Minute-Schritten bis zur Eröffnung, sowie bei den kontinuierlichen Abläufen während der gesamten Laufzeit der Schau. Zudem können Sie aus den wöchentlich erfolgenden Internet-Einträge mehr über das Konzept, über die Hintergründe, über den französisch klingenden Ausstellungstitel, sowie über die in der Schau gezeigten zeitgenössischen Künstler*innen, die mit den Avantgardist*innen in spannungsreichen Dialoge treten, erfahren.
 

07.11 2021 Entry # 7 – Impressionen der Sonderausstellung

Heute zeigen wir Ihnen einige Impressionen aus der gestarteten Sonderausstellung.

Kunst
Birgit Wilde: Lebensabläufe 2007, Foto von Marcus Gwiasda
Birgit Wilde, Foto: Matthias Witschel
Selcuk Dizlek: Leuchtkringelwandinstallation 2021, Foto von Marcus Gwiasda
Thomas Lempert
Thomas Lempert: Terpsichore Installation aus Spitzenschuhen, Foto von Marcus Gwiasda

 
Selçuk Dizlek Farbkringel 2021.jpg
Selcuk Dizlek: Leuchtkringel 2021, Foto von Marcus Gwiasda
Birgit Wilde: Schwarzer Walzer und Manuela Tirler Weed VII Eisendraht-Installation, Foto von Marcus Gwiasda
Birgit Wilde: Schwarzer Walzer und Manuela Tirler Weed VII Eisendraht-Installation, Foto von Marcus Gwiasda
Birgit Wilde_Schwanenegsang und Kestas Svirnelis_Himmelswischer_Foto von Marcus Gwiasda.jpg
Birgit Wilde:Schwanenegsang und Kestas Svirnelis Himmelswischer, Foto von Marcus Gwiasda
Kestas Svirnelis_Mit sich selbst_2019_Foto von Marcus Gwiasda.jpg
Kestas Svirnelis: Mit sich selbst 2019, Foto von Marcus Gwiasda

07.11 2021 Entry # 7 – Einführungsrede zur Eröffnung

Foto von der Eröffnung am 7.November 2021_Am Rednerpult Galerieleiterin Corinna Steimel.jpg
Eröffnung am 7.November 2021 -Am Rednerpult Galerieleiterin Corinna Steimel

Hier (36,8 KiB) können Sie die Einführungsrede zur Eröffnung der Ausstellung “ÉLAN VITAL - Poesie der Bewegung” am 7. November 2021 von Corinna Steimel im PDF-Format ansehen.
 

02.11 2021 Entry # 6 – Die teilnehmenden Künstler:innen III

Ab jetzt bewegen wir uns mit großen Schritten auf Sie zu: In den kommenden Woche stellen wir die teilnehmenden Künstler:innen vor.

Gruppe auf Treppe
von links: Manuela Tirler, Thomas Lempertz, Corinna Steimel, Birgit Wilde, Kestutis Svirnelis, Tina Schneider (Selçuk Dizlek fehlt) (Foto: Dietmar Wilde)
Birgit Wilde, Foto: Matthias Witschel
Birgit Wilde, Foto: Matthias Witschel

BIRGIT WILDE
Konzept- und Objektkunst, Installationen, Performance

1965 in Sindelfingen geboren, lebt und arbeitet in Rouffilhac (Frankreich) und in Cape Coral /Florida (USA)

2005-08 Studium der Freien Kunst und Bildhauerei an der Freien Kunstschule Nürtingen (FKN), bei Mario Ohno, und an der Hochschule für bildende Künste (HFBK) Hamburg, bei Michael Lingner und Jonathan Monk                                                              

2008 Abschlussarbeit an der FKN bei Mario Ohno verbunden mit der Planung und Organisation der Ausstellung ≫Fabelhaftes≪ im Schloss Dätzingen; Nominierung für den Celeste Kunstpreis, Berlin

2009 Gründung des Ausstellungskonzepts ≫ART SOUS TERRAIN≪ als experimentelle Plattform für Künstler, die soziale, politische und kulturelle Entwicklungen in ihren Arbeiten umsetzen, Kulturkreis Grafenau, Schlosskeller Dätzingen

2012-15 Studium der Kunstgeschichte und Empirischen Kulturwissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Abschluss Bachelor

2015-18 Masterstudiengang Kunstgeschichte (5 Semester) an der Eberhard Karls Universität Tübingen

2013 Gaststudentin bei Prof. Rainer Ganahl an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste (abk) Stuttgart

seit 2018 Projektarbeit ≫Die Sprache des Materials≪ mit dem Department Werkstoffwissenschaften der Universität Erlangen, bei Dr. Ing. Tobias Fey

Gruppenausstellungen
2017 ≫unausgesprochen≪, ART SOUS TERRAIN, Schloss Dätzingen, Grafenau
2015 ≫Spuren des Ichs≪, ART SOUS TERRAIN, Schloss Dätzingen
≫Die Klasse der Damen– Künstlerinnen erobern sich die Moderne≪, Städtische Galerie Böblingen
2014 ≫Vertraute Fremde – Vorstellungsbilder über das Andere≪, Städtische Galerie Böblingen
2013 ≫Deadly Nightshade≪, galerie l’inlassable Galerie, Paris
2011 ≫Die Nähe der Ferne≪, Schlosskeller Dätzingen, Grafenau
≫Die Sprache des Materials≪, Schlosskeller Dätzingen, Grafenau
2008 ≫Celeste Kunstpreis≪, Berlin ≫Alptraum≪, Magdeburg, mdr
2007 ≫Anhang≪, Hamburg, City Nord
≫Unausgesprochen≪, ART SOUS TERRAIN, Schlosskeller Dätzingen
 
Kurationen und Ausstellungsprojekte
2018 ≫Rissfest≪ zusammen mit Rita Graf, Kulturkreis Grafenau, Schloss Dätzingen
2016 ≫gesehen von hier aus≪, ART SOUS TERRAIN, Schlosskeller Dätzingen
2012 ≫Entgrenzung des Sichtbaren≪, Kulturkreis Grafenau, Schloss Dätzingen 

Birgit Wilde, Je suis ˟, 2015, Privatbesitz
Birgit Wilde, Je suis ˟, 2015, Privatbesitz

 

Artist Statement:
Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich Material- und Formsprache, sowie künstlerischen und philosophischen Theorien verbunden mit Querbezüge zur Literatur prägen meine Arbeiten. Im Fokus stehen dabei Bewegungen im sozialen und politischen Raum, die sich wie kleine Randnotizen im Großen und Ganzen lesen lassen. Dieses subjektive Schaffensprinzip einer permanenten inneren Notwendigkeit der Kommentierung führt zu einem heterogenen Erscheinungsbild meiner Arbeiten.Birgit Wilde, 2021   www.birgit-wilde.com

 

Selcuk Dizlek
Selcuk Dizlek

Selçuk Dizlek
geb. 1976 in Schweinfurt
 
1996 - 2002 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, bei Prof. Knaupp
                                                                      
1997 Studienaufenthalt in New York und Sahara (Libyen)
 
2000 Ernennung zum Meisterschüler

Ausstellungen (Auswahl seit 2011):
2022 Kunsthalle Schweinfurt – Preisträger der IV. Triennale
Internationaler André Evard-Preis für konkret-konstruktive Kunst; IV. Triennale Kunsthalle Schweinfurt – Raumzustände; 4. Biennale der Zeichnung, Kunstmuseum Erlangen;
„Orient trifft Okzident“, Rathaushalle Schweinfurt; „Zwischentöne“, Kunstsalon München / Ägyptisches Museum; „Ceci n´est pas une lampe“, GKG Bonn;
KunstSalong, Kunsthalle Schweinfurt; „Gewebtes Licht“, ZKM Karlsruhe; „Ortung VII, Im Zeichen des Goldes“ – Schwabacher Kunsttage

 

Selçuk Dizlek Farbkringel (Detailaufnahme) 2021.jpg
Selçuk Dizlek, Farbkringel (Detailaufnahme) 2021

Artist Statement
Grundsätzlich stehen meine skulpturalen Gestaltungen im engen und komplexen Beziehungsgeflecht zueinander. Die in der Städtischen Galerie Böblingen gezeigten Plexiglas- und Betonarbeiten suggerieren durch ihre Beschaffenheit Eigenschaften von Bewegung wie die Ausdehnung, Lichtstreuung, den Prozess der Herstellung und fordern aktiv die Bewegung des Betrachters heraus. Auf den Hintergründen einer Werkserie (o.T., 2020) sind beispielsweise verschieden vertiefte Linien zu sehen, die sich diagonal in einem bestimmten Winkel zur Bildfläche fortsetzen und diese damit zerteilen. Durch die Möglichkeit der zusätzlichen Beleuchtung mit künstlichem Licht beginnen die Arbeiten noch stärker zu vibrieren. Auf diese Weise wird der Betrachter permanent aufgefordert, seine Sehgewohnheiten und sich selbst zu hinterfragen.
 
Auszeichnungen:
2018 1. Preis – Triennale Kunsthalle Schweinfurt
2010 Kunstpreis Buttenwiesen
2009 Auszeichnung Lichtpreis Gräfelfing/München
2001, 2003 Kunsthaus Nürnberg, Anerkennungspreis beim Nürnberger Nachrichtenpreis
 
www.selcuk-dizlek.com

28.10 2021 Entry # 5 – Die teilnehmenden Künstler:innen II

Ab jetzt bewegen wir uns mit großen Schritten auf Sie zu: In den kommenden Woche stellen wir die teilnehmenden Künstler:innen vor.

Gruppe auf Treppe
von links: Manuela Tirler, Thomas Lempertz, Corinna Steimel, Birgit Wilde, Kestutis Svirnelis, Tina Schneider (Selçuk Dizlek fehlt) (Foto: Dietmar Wilde)
Manuela Tirler, Foto: Dietmar Wilde
Manuela Tirler, Foto: Dietmar Wilde

Manuela Tirler
 
1977 geboren in Stuttgart, aufgewachsen in Morristown /Tennessee und Wiernsheim / Enzkreis
1998 Freie Kunsthochschule Nürtingen
2002 - 2008 Studium der Freien Bildhauerei und  Freien Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart, bei Werner Pokorny, Micha Ullman, Markus Ambach und Rainer Ganahl
2007 Studienaufenthalt mit dem Baden-Württemberg-Stipendium in San Francisco, USA
2009 - 2010 Akademiestipendium, d.h. Aufbaustudium, Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
2008 - 2010 Atelierstipendium Stadt Nürtingen
2010 - 2013 Atelierstipendium Landkreis Esslingen
 
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg



  

Manuela Tirler Detailaufnahme Weed Installation Yvy VII 2021 167x107x25cm Stahl gerostet pg
Manuela Tirler, Detailaufnahme Weed Installation Yvy VII, 2021, 167x107x25cm, Stahl, gerostet
 

Artist Statement:
Beobachtungen in der Natur werden vereinfacht, reduzieren Pflanzliches auf ihr „Gerippe“ und ihre Überreste: Bonsai und Buchsbaum sind entlaubt und beschnitten, Rasterbepflanzungen, Bannwälder, Waldhänge im Winter, Reben und Alleen, trockene Erde bilden grafisch-plastische Formen. Wesentliches wird sichtbar. Module entstehen, die sich bewegen, miteinander ringen, gruppieren, sich auflösen und verfestigen im ständigen Wandel. Eine Plastik entsteht aus der anderen, wie Meilensteine aus geordnetem Chaos. Luftige Strukturen reformieren sich meterhoch und tonnenschwer in der Plastik. Durch die Begrenzung des Bodens und des architektonischen Raumes entsteht Form, durch ihre lineare, kreisförmige oder zufällige Rotation wird diese geprägt und bezieht den Luftraum spielerisch mit ein. Die stählernen Schraffuren im Raum erfinden und erweitern sich ständig neu. Jedes Mal ein Abenteuer.
Manuela Tirler, 2021

Auszeichnungen. Auswahl
 
2005 Preis der Freunde der Akademie für „Raum und Zeit“
2006 Preis der Freunde der Akademie für „Museum für Sedimentierte Kunst“
2006 Akademiepreis für „Museum für Sedimentierte Kunst“
2006 Ausschreibungsgewinn und Umsetzung der Skulptur „Waldstück für den Skulpturenradweg Osterburken (im Neckar-Odenwald-Kreis)
2007 Stipendium der Landesstiftung Baden-Württemberg für California / USA
First „Mixed Media“-Award der Galerie Calstate East Bay, California
2008 3. Klettpassagenpreis und Realisierung der Arbeit
2009 Preisträgerin des Gerlinde-Beck-Preises (Gerlinde-Beck-Stiftung)
2010 Debütantenpreis der Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
2021 Projektstipendium Land Baden-Württemberg
 
www.manuela-tirler.de

 

Tina Schneider, 2021, Foto: Dietmar Wilde

Tina Schneider
 
1974 in Stuttgart - Bad Cannstatt geboren                  
1996 - 2003 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Bildende Kunst und Intermediales Gestalten an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, bei den Professoren Moritz Baumgartl, Sotirios Michou und Henk Vish
lebt und arbeitet in Stuttgart




  


 
 
 

 
 

Tina Schneider, Herstellungsprozess der Galoppierende Pferde, 2021

Ausstellungen:
2019 Taufrisch 5, Gedok, Stuttgart
2017 Jahresausstellung. Freie Kunsttschule Nürtingen
2015 Be a Sport, Art Gallery of Mississauga, Canada
2014 Endlosschleife, Mitgliederausstellung des Württembergischen Kunstverein, Stuttgart
2007 Konzeptuelle Ansätze zum Thema Landschaft, Kunstverein Filderstadt
2004 My Blood Is Electric, The Spitz Gallery, London
2004 Bodyworks, The Nicosia Municipal Arts Centre, Zypern
2002 Bodypower/ Powerplay,
Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 
2001 Aggregate, Kunsthalle Kornwestheim
1997 Das schöne neue Bild, Alpirsbacher Galerie, Alpirsbach

Artist Statement:
Mein Material ist Holz und die Darstellungen sind realistisch. Das Holz wird meist mit der Kettensäge zunächst grob in Form gebracht, bevor es weiterbearbeitet wird. Dafür kommen unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz. Die Spuren der verschiedenen Werkzeuge bleiben sichtbar. Die Ausarbeitung der Figuren ist unterschiedlich und variiert von grob bis fein. Gesichter, vor allem menschliche, sind detailreicher und feiner, manchmal werden die Werkzeugspuren durch Schleifen abgeschwächt, während z.B. Haare die für die Kettensäge typischen groben Spuren aufweisen. Den Abschluss bildet die Bemalung, meist in Lokalfarbe gehalten.
Tina Schneider 2021
 
www.tinaschneider.eu

26.10 2021 Entry # 4 – Die teilnehmenden Künstler:innen I

Ab jetzt bewegen wir uns mit großen Schritten auf Sie zu: In den kommenden Woche stellen wir die teilnehmenden Künstler:innen vor.

Gruppe auf Treppe
von links: Manuela Tirler, Thomas Lempertz, Corinna Steimel, Birgit Wilde, Kestutis Svirnelis, Tina Schneider (Selçuk Dizlek fehlt) (Foto: Dietmar Wilde)
Kestutis Svirnelis Foto Dietmar Wilde 2021
Kestutis Svirnelis, Foto: Dietmar Wilde

Kestutis Svirnelis      Bildhauerei, Zeichnung, Installationen, Objekte                                                                                                                                                                  1976 in Varena/Litauen geboren, studierte von 1997-2002 Bildhauerei an der Kunstakademie in Vilnius/Litauen, bei Prof. Dalia Matulaite und Prof. Petras Mazuras.Von 2002-2009 setzte er sein Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in  Stuttgart, bei Prof. Werner Pokorny, Micha Ullman und Christian Jankowski fort.           2007 ermöglichte ihm ein Erasmus-Stipendium einen halbjährigen Aufenthalt an der Universidad Complutense in Madrid/Spanien.

Kestutis Svirnelis, Atelieraufnahme 2021
Kestutis Svirnelis, Atelieraufnahme 2021

Einzelausstellungen (Auswahl)
2019 Galerie Meno Niša Vilnius/Litauen                                                                                 
2018 Aparat, Gleixner Art-Meno Nisa, Düsseldorf Deutschland /  2018 Dzyvu  Dzyvai, Städtische Galerie Varena Litauen / 2017 Šerstis, Galerie Meno Niša Vilnius / Litauen / 2017 Ohne nix passiert nix, LOTTE, Stuttgart Deutschland / 2017 Schleuse 16 , Böblinger Kunstverein für Stadt und Landkreis Deutschland / 2015 Fauna und Flora, Kunstverein für den Rhein-Sieg-Kreis e.V. Siegburg / 2014 Motoras Lateksas ir Oras, Galerie AV/17, Vilnius Litauen / 2014 PUP UP Galerie, Vilnius Litauen / 2014 Just – Episoden in der Calwer Passage, Stuttgart Deutschland / 2009 Kestutis Svirnelis, Galerie Schuster, Berlin Deutschland             

Seit 2013 Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg



  

 
 
 
Artist Statement:
Meine künstlerische Praxis verstehe ich als eine Art „philosophie laboratoire“, eine Haltung, die ich aus meinen Arbeitsprozessen heraus entwickle. Die oftmals kinetischen Skulpturen – empathische Maschinen – sind Brücken meiner Fragen an die Welt. So agiere ich anteilig als Ingenieur, Soziologe, Vordenker und Nutzer und finde mich stets in der Befragung der Beziehung von Mensch und Technik wieder. Das Denken wie auch das Handeln bedient sich dabei immer künstlerischer Strategien und Mittel.
Kestas Svirnelis, 2021
 
Auszeichnungen (Auswahl)
 
2006 gewann er mit seiner Installation »Pusteblume« den ersten Preis beim einem       
Wettbewerb im Rahmen des Projekts »Kunst im Kreisverkehr« und realisierte sie Ebersbach an der Fils. Kesutis Svirnelis wurde 2007 mit dem DAAD-Preis der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und 2009 mit dem Atelierstipendium des Künstlerhaus Stuttgart ausgezeichnet.
 
http://www.svirnelis.com

 

Thomas Lempertz 2021, Foto: Dietmar Wilde

Thomas Lempertz
                                                                      
in Pforzheim geboren, studierte Tanz an der John-Cranko-Schule und war später Teil der Compagnie des Stuttgarter Balletts, u.a. als Solist unter Reid Anderson. Nach seiner Karriere als Tänzer widmete er sich dem Bereich Kostümdesign und studierte „Intermediales Gestalten“ bei „Discoteca Flaming Star“ an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Heute ist seine Arbeit geprägt von der Verbindung der Disziplinen Performance, Tanz, Fotografie und Objektkunst.



  


 
 
 
 

FAR BECOMES NEAR, 2020, 70 x 100 cm (Foto, Silikon, Holz, Stahl)

Artist Statement:
Meine Werke sind geprägt von der experimentellen Arbeit im Raum. Dabei werden dreidimensionale Bewegungen mit verschiedenen Materialien und Verfahren eingefangen und in Objekte übertragen. Alle Arbeiten haben einen physischen Ursprung als Ausgangspunkt, das können Erinnerungen an den Körper sein oder instinktive Gedanken, die durch eine Situation ausgelöst werden. Meine Fotografien dienen oft als Grundlage für weitere Arbeiten mit Silikon – ein Material, dessen Beschaffenheit die Fertigstellung einer Arbeit innerhalb einer bestimmten Zeit vorschreibt. Ohne die Möglichkeit, das Endprodukt zu optimieren oder vorherzubestimmen, setzt die Arbeit mit Silikon eine unvermeidliche Zufälligkeit voraus, die Akzeptanz verlangt und jede Hinterfragung ablehnt.

Wie ein Tänzer auf der Bühne, der in ständiger Bewegung ist, arbeite ich kontinuierlich gleichzeitig an mehreren Werken, was zu einem fließenden und reaktionsfähigen Prozess führt, um sicherzustellen, dass ich nie zum Stillstand komme.
Thomas Lempertz, 2021


www.thomaslempertz.com

21.10 2021 Entry # 3 – Unsere Ausstellung bekommt ein Gesicht

Unsere Ausstellung bekommt ein Gesicht:

 

Logo Poesie der Bewegung

14.10 2021 Entry # 2 – Informationen zum Ausstellungstitel

Infos zum Ausstellungstitel                                                                                                            
 
Der klangvolle Ausstellungstitel „Élan Vital – Poesie der Bewegung“ bezieht sich einerseits auf die künstlerische Avantgarde zu Beginn des Jahrhunderts und andererseits auf das epochemachende Hauptwerk ”L’évolution créatrice“ des französischen Philosophen Henri Bergson (1859 in Paris – 1941 ebenda), für das er im Jahre 1927 den Nobelpreis für Literatur erhielt und in dem er den Begriff „élan vital" prägte. In der deutschen Ausgabe wurde es mit "Schöpferische Entwicklung" betitelt.
 
Indem der Philosoph diese aus dem Französischen frei als „Lebensschwungkraft“ oder “Lebensimpuls“ übersetzte Begrifflichkeit 1907 erstmals formulierte, gilt er neben Friedrich Nietzsche und Wilhelm Dilthey als einer der bedeutendsten Begründer der sogenannten Lebensphilosophie. 

Henri Bergson 1927
Henri Bergson 1927
Signatur Henri Bergson

  
Der Kosmos als Wirkungsraum von widerstreitenden Kräften (Kraft und Gegenkraft)                                                                     
                                                                                                                                        
Das Leben selbst versteht Henri Bergson als permanenten kreativen Prozess, der sichvaus den gegensätzlichen Bewegungsabläufen des Vorwärtsdrangs und immer wieder gefolgt von Erstarrung und Beharrung speist. Er stellte fest:
„Die Bewegung ist ohne Zweifel die Realität selbst; die Bewegungslosigkeit dagegen immer nur scheinbar und relativ“. Demnach gäbe es „keine entstandenen Dinge, sondern lediglich Dinge, die entstehen, keine sich erhaltenden Zustände, sondern nur wechselnde Zustände“. Diese permanente Bewegtheit alles Seienden geht nach seinem Verständnis auf eine ursprüngliche Kraft, dem „élan vital”, zurück, die am Ursprung des Lebens steht und fortwährend zu neuem Gestalten drängt.                                                                                                                    
 
Das Gestern wird in die Gegenwart katapultiert
 
Die Ausstellung nimmt verschiedenartig Bezug auf die gegenwärtigen Lebensrealitäten und schlägt eine Brücke zwischen Gestern und Gegenwart.
 
Zweifellos hat Henri Bergson mit seiner Philosophie der schöpferischen Entwicklung den nachhaltigsten Eindruck auf seine Zeitgenossen ausgeübt. Die Problemkreise seines Denkens waren geradezu identisch mit den Themen, die besonders die expressionistische Künstlerschaft vor 100 Jahren neben den kubistischen, futuristischen, konstruktivistischen und den dadaistischen KünstlerInnen bewegten und stark beeinflussten.
 
Heute stehen wir erneut vor politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Fragestellungen, geradezu Umbrüchen, die starke Parallelen zur letzten Jahrhundertwende aufweisen. Der technische Fortschritt und umso mehr der digitale Siegeszug wurden seither immer rasanter und kolossaler. Erfolg und Profit sind immer mehr zu Aushängeschildern der modernen Massengesellschaft geworden. Obwohl man heute von jedem Ort aus und zu jeder Zeit virtuell in Verbindung treten kann, verarmt die direkte und persönliche Kommunikation zusehends. Neben der hochbejubelten globalen Vernetzung wird als paradoxe Gegenposition wieder Misstrauen geschürt und die Angst vor Verfremdung oder weltweiten Krisen gar Kriegen, nimmt stetig zu.                  
 
Mit dem Anbruch der 2020er-Jahre erscheinen die damals gefundenen Positionen und Sichtweisen im Blick auf die Jetztzeit aktueller denn je. Damals wie heute – noch verstärkt durch die „eingefrorene und kontaktlose“ Zeit während der Corona-Krise –ging und geht es um die Gegenpole Verstand und Intuition, Materie und Geist, Leib und Seele, Raum und Zeit, Automatismus und Willensfreiheit: auf den Punkt gebracht also um „Élan Vital”.

01.10 2021 Entry # 1 – Zur Idee des Ausstellungsprojektes

Zur Idee des Ausstellungsprojekts
 
Unter dem Titel "Elan Vital - Poesie der Bewegung" werden an verschiedenen Orten (Böblingen, Grafenau-Dätzingen und Sindelfingen) unterschiedliche Präsentationen, partizipatorische Projekte und Performances stattfinden.
Die Auswahl der Schauplätze ist dabei nicht willkürlich, sondern wird bewusst nach raum- und spartenbezogenen wie gesellschaftspolitischen und kulturellen Besonderheiten der jeweiligen Stadt ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht die Formation von Kunst, Literatur, Theater, Musik und Tanz. Die unterschiedlichen Gattungen und künstlerischen Ausdrucksweisen werden im Geist der 1920er-Jahre verstanden und zu einem Gesamtkunstwerk zusammengeführt.
 
 
 
Bewegung als Konzept
 
"Das Potential einer Bewegung ist weder von ihrem Ausmaß noch von ihrer Natur abhängig, sondern von dem, was sie zum Einsatz bringt." (Laurence Louppe)

Foto: Dietmar Wilde

"Elan Vital - Poesie der Bewegung" ist ein kuratiertes, künstlerisches Ausstellungsprojekt. Der Fokus liegt auf der Bewegung im allgemeinen Sinne, die sich als interdisziplinärer Faden durch die geplanten Ausstellungen (Böblingen, Grafenau und Sindelfingen) zieht. So werfen die künstlerischen Exponate vielfältige Fragen auf, etwa danach, wie sich etwas in Bewegung bringen lässt, in welchen Dimensionen wir uns gedanklich bewegen, wohin – ob vorwärtsgewandt oder rückwärtsgerichtet – wir uns bewegen, und was wir in unserem Leben letztendlich überhaupt bewegen können.