Ausblick

 

Jakob Bräckle. Meine einfache Landschaft – entstanden in Kooperation mit dem Museum Biberach

Ausstellungsdauer 05. Mai - 07. Juli 2019

Jakob Bräckle, Ackerlandschaft mit  Bauer, Zugpferd und Pflug, 1942

Der 1897 im oberschwäbischen Dorf Winterreute - einem heutigen Stadtteil von Biberach an der Riß - geborene Jakob Bräckle zählt zu den bedeutenden Malern im 20. Jahrhundert. Ehemals einem eher kleineren Kreis von Sammlern und Kunstkennern bekannt, reicht seine Wertschätzung heute weit über die regionalen Grenzen hinaus. Seine Bilder erfreuen sich einer ungebrochenen und sich stetig vermehrenden Beliebtheit.

Direkt im Anschluss an sein Studium an der Kunstakademie Stuttgart wurde er ab 1926 Mitglied im Ausstellerverband der legendären „Stuttgarter Sezession“ und nahm bis deren zwangsweisen Auflösung 1932 regelmäßig an den Präsentationen dieser progressiv eingestellten Künstlergruppe teil.

Mit seinen unverwechselbaren Landschaften und Naturbildern hat er den Blick auf Oberschwaben und hauptsächlich auf das vorindustrielle Leben auf dem Land maßgeblich geprägt. Kein anderer Künstler Süddeutschlands hat sich am Motiv der ländlichen Felder und dörflichen Gebäude mit ähnlicher Beharrlichkeit abgearbeitet. So gelang es ihm auf unnachahmliche Weise, den Strukturwandel der einst von Bauernfamilien, Pflügen und Pferden gehegten Äcker, Weideflächen und Wälder hin zu einer technisierten, agrarindustriellen Forst- und Landwirtschaft einzufangen und gleichzeitig mit einer zeitgemäßen künstlerischen Darstellungsart zu verbinden.

In der Überblicksausstellung, die in großen Teilen aus dem Museum Biberach, das im Besitz des gesamten Nachlasses des Künstlers ist, übernommen wird, werden die Schaffensphasen seiner sich über insgesamt 65 Jahre lang ausgeführte Malerei, angereichert mit Leihgaben aus prominenten öffentlichen Sammlungen, erstmals in diesem Umfang in Böblingen und somit in der Region Stuttgart vorgestellt. Zusätzlich wird die Schau mit noch nie öffentlich gezeigten Exponaten aus Privatbesitz aus dem hiesigen Raum bereichert.

Ausstellungsarchitektonisch gut nachvollziehbar lassen sich in der Böblinger Präsentation die einzelnen Werkentwicklungsstufen in Jakob Bräckles Malerei anschaulich herauskristallisieren. Malt er anfangs noch naturalistisch oder ist vorübergehend gar dem neusachlichen „Magischen Realismus“ zuzuordnen, wird sein Spätwerk unter dem Eindruck des avantgardistischen Malers Kasimir Malewitsch von einer nahezu abstrakten Reduktion bestimmt.

Zwanzig Jahre vor seinem Tod 1987 formuliert Jakob Bräckle ein prägnantes Statement seiner individuellen Kunstanschauung, die sich wie ein Leitsatz durch sein höchst produktives Lebenswerk zieht:
„Diese, meine einfache Landschaft Winterreute, welche nicht viel äußeren Reiz hat, ließ mich schon früh in das Geheimnisvolle der Natur, in das Unsichtbare, in das Ewige hineinblicken“.

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