Sonderausstellung

In Ekstase: Wilhelm Geyer und sein malerisches Werk

24. Juni bis 07. Oktober 2018

Kaum ein Künstler prägte die Kunstlandschaft Südwestdeutschlands so aktiv mit gegenständlich-figurativer Malerei wie der zur Jahrhundertwende geborene Wilhelm Geyer (1900 bis 1968). Vor genau 30 Jahren wurde sein Werk, der "Altar des Kirchenjahrs", welches er in den Jahren 1925/26 als vierteilig aufklappbares Monumentalwerk erstellte, als bedeutende Dauerleihgabe in die Obhut der Stadt Böblingen beziehungsweise der Städtischen Galerie gegeben.
Im Rahmen dieser Sonderausstellung soll Geyers einflussreicher und ehrlicher Kunstausdruck angemessen gewürdigt werden, denn auch wenn seine Gestaltungen von Glasfenstern und Wandgemälden weit über den südwestdeutschen Raum bekannt sind, ist sein parallel entstandenes malerisches Wirken bis heute noch zu wenig geschätzt.

Stuttgart bei Schnee, Blick vom Bahndamm im Vogelsang (1920er Jahre)

Zu seinen Lebzeiten versammelte Wilhelm Geyer, dessen vielseitige Talente sich in Malerei, Grafik, Gestaltung, Glas- sowie Freskenmalerei äußerten, gleichgesinnte Künstler um sich - die "Stuttgarter Sezession". Die von ihnen verfolgte Bildsprache entwickelte sich zu einer typischen Kunstströmung, welche später als "Expressiver Realismus" in die deutsche Kunstgeschichte einging.

Die Malweise Geyers wird in der Literatur nahezu durchweg mit dem Eigenschaftswort "ekstatisch" beschrieben, da er bei seinen von kraftvoll-sinnlichen Bildfindungen getragenen Gemälden, Pastellen und Aquarellen immer wieder zwischen impressionistisch und expressionistisch hin- und herpendelte. Bereits als junger Student hatte er eine gewisse Tendenz zum "Pathos", dem leidenschaftlich bewegten Gefühlsausdruck, welcher sich in nahezu all seinen Werken zeigt, sei es in den monumentalen, mehrteiligen Altartafeln aus den 1920er Jahren oder in seinen später geschaffenen Natur- und Landschaftsszenerien.

Bahnbrücke bei Rottenburg (1936)

Die Sonderausstellung widmet sich den unterschiedlichen Lebensstationen und Werketappen Geyers. Außerdem werden diese mit denen seiner Wegbegleiter der Stuttgarter Kunstszene in Bezug gesetzt und auch seine Kontakte zu den Widerstandskämpfern der "Weißen Rose", die ihn beinahe das Leben gekostet hätten, werden genauer unter die Lupe genommen. 

Ausstellungsbegleitend wird es einen informativen und reich bebilderten Katalog geben.

Flyer Sonderausstellung (262,6 KiB)

Maskeraden & Marionetten

Das Motiv der Doppeldeutigkeit im Werk von Fritz Steisslinger - verlängert bis Oktober 2018

Fritz Steisslingers Gliederpuppe

Die Sonderpäsentation ist anlässlich der Jubiläumsausstellung BILDGEWALT des Bauernkriegsmuseums und der Städtischen Galerie themengebunden konzipiert worden und kann noch bis Oktober 2018 besucht werden. Im Aufgreifen seiner sich vor allem im Zeitabschnitt zwischen 1924 und 1946 häufenden Bildmotive wie der Puppen, Marionetten, Clowns, Masken sowie der Vanitas-Stilleben wird eine für den Maler charakteristische künstlerische Strategie der inhaltsverschleiernden Mehrdeutigkeiten untersucht und für die Betrachter nachvollziehbar dargestellt.
Mehr Informationen zu Fritz Steisslinger finden Sie auf seiner Internetseite.